Scherenschnitt

Der Scherenschnitt hat seinen Ursprung wohl im asiatischen Raum und ist dann im Verlauf der Jahrhunderte nach Europa gekommen. In China wurden Vorlagen für die Porzelanmalerei aus Papier hergestellt. Das war, so wird vermutet, der erste Scherenschnitt.

Im 17. Jahrhundert hat man oftmals als Erinnerung an jemanden ein Schattenriss Bild hergestellt, eine Silhouette. Die Silhouette reduziert die Darstellung auf den Schatten eines Kopfes oder eines Körpers, der jedoch die wesentlichen Merkmale einer Person zum Ausdruck bringt. Sogar Wolfgang von Goethe hat so geliebte Menschen Porträtiert. Das Sprichwort „Was bleibt ist ein Schatten“ ist wohl dieser Kunst zuzuschreiben.

Von Klosterfrauen wurden im 18. Jahrhundert die gemalten Heiligenbilder mit filigranen, weissen Scherenschnitten kunstvoll umrahmt. Der Scherenschnitt diente neben Kaligrafie und der Malerei als Geschenk zur Hochzeit, Geburt, als Widmung oder gar als Liebesbrief.

In ländlichen Gegenden hat sich ein eigener Scherenschnittstil entwickelt. Das Saanenland gilt als Hochburg des schweizerischen Scherenschnittes. Johann Jakob Hauswirth (1809-1871) aus dem Pays d Ènhaut gilt als Vater des traditionellen Scherenschnittes. Er hat wohl als erster Alpaufzüge und Szenen aus dem Alltag mit der Schere zu Papier gebracht.

Wer bei Scherenschnitt nur an symmetrische Bilder die schwarz und weiss sind denkt, liegt falsch. Mit der Zeit hat sich auch das Werkzeug stetig verändert und verbessert. Darum gibt es heute viele Künstler die sich als Papierschneider bezeichnen, weil sie mit verschiedenen Werkzeugen arbeiten wie Schere, Messer oder Cutter. Auch sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, was einen Scherenschnitt ausmacht. Ob doppelt geschnitten, in verschiedenen Lagen, farbig, symmetrisch oder offen…. Kunst ist was gefällt und womit sich der Künstler identifizieren kann.